Blut-, Verletzungs- und Spritzenphobie: Therapie

Behandlung

In Abhängigkeit davon, ob ein Patient früher schon ohnmächtig geworden ist (beziehungsweise in Abhängigkeit von den Ergebnissen einer psychophysiologischen Messung) sind zwei unterschiedliche Vorgehen indiziert:

  1. Bei einer BVS mit Ohnmachtsneigung empfiehlt sich die Methode der angewandten Anspannung (Applied Tension) nach Öst. Diese wird eingesetzt, um die Ohnmacht sicher zu verhindern. Hier kann es hilfreich sein, mit Biofeedback zu arbeiten, also Betroffenen mit Hilfe einer kontinuierlichen Blutdruckmessen beizubringen, selber und aktiv durch Anspannung der groben Muskulatur den Blutdruck stabil zu halten. Methode ist hier die Konfrontation mit Ohnmachtsinduzierenden Stimuli bei gleichzeitiger Anwendung von angewandten Anspannung. Dies geschieht schrittweise, so dass die betroffenen Patienten, die Kontrolle über ihren Blutdruck behalten können. Entscheidend ist hier die Vermittlung der Kompetenz eine Ohnmacht zu verhindern, obwohl man Situationen oder Reizen ausgesetzt ist, die früher eine Ohnmacht ausgelöst haben. Unten kann man Beispielhaft der Blutdruck eines Patienten vor und nach der Einübung on angewandter Anspannung bei einer Blutentnahme sehen. Ein Infoblatt dazu finden Sie hier: Informationsblatt zur Verhinderung einer Ohnmacht.
  2. Bei einer BVS ohne Ohnmachtsneigung empfiehlt sich eine Expositionstherapie. Hier ist das Ziel durch Konfrontation mit Angstsituationen, die gelernte Furchtreaktion wieder zu verlernen und furchtauslösenden Gedanken zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren (Fachbegriff: Kognitive Restrukturierung). Entscheidend ist hier die Furchtbewältigung bzw. Gewöhnung an vorher angstauslösende Situationen und die Veränderung unzureichend begründeter Ängste.

Behandlungsbeispiel vor und nach der Psychotherapie

Blutdruck eines Patienten mit BVS mit Ohnmachtsneigung vor der Therapie. Die rote Linien kennzeichnen 1) Eintreten des Arztes, 2) Anlegen des Staubandes, 3) Spritze setzen, Blutentnahme beginnen, 4) Spritze entnehmen, Druck auf Arm anlegen (Blutdruck wurde am Finger gemessen (Höhe Po) und ist deshalb höher als wenn er am Oberarm gemessen worden wäre):

Blutdruck des gleichen Patienten nach der Therapie: