Krankheitsangst: Beschwerdebild

Wann wird Krankheitsangst zum Problem?

Wir alle erleben im Alltag verschiedene körperliche Symptome für die wir keine organische Ursache kennen, wie zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen oder Magen-Darm Beschwerden. Aus der Forschung weiß man, dass vier von fünf Personen mindestens einmal pro Woche körperliche Beschwerden erleben, die auf keine körperliche Erkrankung zurückgeführt werden können. Meist sind die Symptome vorübergehender Natur, wenn die Probleme jedoch länger anhalten wird üblicherweise ein Arzt aufgesucht. Teilweise findet sich jedoch trotz ausführlicher Untersuchung keine (gravierende) körperliche Ursache. Zumeist wird dies als entlastend erlebt. Wenn die beruhigende Wirkung jedoch nicht eintritt oder nur kurz anhält und die Befürchtung besteht an einer schweren Erkrankung (meist Krebs oder Herzerkrankungen) zu leiden, spricht man von Krankheitsangst.

Merkmale der Krankheitsangst sind neben der Angst schwer krank zu sein und möglicherweise daran zu versterben, körperliche Symptome und Missempfindungen. Dabei steht der Gedanke im Vordergrund dass die Symptome ein Anzeichen einer schweren Krankheit sind, weshalb den Symptomen viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auf Verhaltensebene führt dies zur Vermeidung von Tätigkeiten, die vor diesem Hintergrund als gefährlich eingestuft werden, wie zum Beispiel Sport bei der Angst unter Herzproblemen zu leiden. Außerdem wird oft versucht sich rück zu versichern, ob Symptome möglicherweise eine Gefährdung darstellen. Deshalb gehen Betroffene oft zu Ärzten, recherchieren Symptome im Internet oder fragen Freunde oder Angehörige. Während Außenstehende zu Beginn der Störung oft bereitwillig Auskunft geben, verändert sich dies im Verlauf meist und es kommt zu Ärger und Unverständnis. Eine weitere Möglichkeit zu prüfen, ob es Hinweise auf eine schwere Erkrankung gibt ist das „Body-Checking“. Dabei wird der Körper durch Verhaltensweisen wie abtasten oder im Spiegel betrachten auf mögliche Krankheitsanzeichen hin untersucht.

Von einer hypochondrischen Störung spricht man, wenn der Betroffene über mindestens 6 Monate davon überzeugt ist an ein oder zwei schweren Erkrankungen zu leiden. Hinzu kommt, dass diese Sorge mit einem hohen Leidendruck einhergeht und die ärztliche Rückmeldung, dass die Beschwerden keine körperliche Ursache haben, nicht akzeptiert werden kann. Die Hypochondrie ist somit ein Spezialfall der Krankheitsangst, mit genau festgelegten Merkmalen.

Hintergrundinformationen

Wie viele Personen von Krankheitsängsten betroffen sind, konnte noch nicht eindeutig festgestellt werden. Die Häufigkeit einer Hypochondrie liegt Studien zu Folge bei weniger als einem Prozent, während die Häufigkeit von ausgeprägten Krankheitsängsten eher bei 2-6 % liegt. Besonders relevant sind Krankheitsängste, weil sie oft chronisch verlaufen. So zeigte sich in einer Studie, dass ca. zwei von drei Hypochondrie Patienten nach 4-5 Jahren immer noch unter Hypochondrie litten.