Randdiskussion oder neuer Gegenstand? Urheberrecht als Professionswissen der Mediendidaktik

Man könnte es eine Randdiskussion nennen, die in der Mediendidaktik schon immer geführt wurde, jetzt aber besonders aktuell ist und zu einer Art Professionswissen wird: das (geltende) Urheberrecht.

So diskutieren aktuell Hochschulen mit ihren zentralen Akteur*innen, die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sowie die VG Wort über Abgaben, die aufgrund der umfangreichen digitalen Bereitstellung von Materialien in Lernmanagement (LMS) fällig werden. Aktuell sieht es so aus, dass digitale Inhalte in den LMS bzw. in einzelnen Kursen gelöscht oder nur noch verlinkt werden. Mindestens für eine Übergangszeit ist mit Einschränkungen des „digitalen Betriebs“ zu rechnen, der sich in LMS praktisch eingespielt hatte. Die Handlungspraktiken von Hochschullehrenden und Studierenden entsprachen dabei nicht unbedingt dem geltenden Recht, was die aktuelle Diskussion umso komplexer macht. Details dazu habe ich u.a. auf meinem persönlichen Blog zusammengefasst.

Medien, Didaktik, Lernen: Erster Inhaltsblock abgeschlossen

Aufgrund der umfassenden Restrukturierung der Vorlesung schließen alle Studierenden in diesen Tagen den ersten Inhaltsblock (Grundlagen Medien, Didaktik, Lernen) in der Vorlesung ab. Zwei der drei Vorlesungen stehen den Studierenden als hochwertige Aufzeichnungen zur Verfügung, u.a. wegen des besseren Tons ggü. herkömmlichen Vorlesungsaufzeichnungen.*

Parallel zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit fachlichen Grundlagen der Mediendidaktik entwickeln Teilnehmende ihre eigenen Forschungsideen. Nach der Recherche von Themen und aktuellen Inhalten in der Tagespresse haben die Studierenden dort schon die nächste Hürde genommen: Die ersten Forschungsfragen stehen und sie werden gegenseitig begutachtet (Peer Review). Die Diskussion in der Präsenzvorlesung nach dem Modell des Inverted Classroom war hierzu vergangenen Dienstag sehr fruchtbar.

*Danke ans Netzwerk Medien für die Unterstützung!

Willkommen #medida16

Willkommen, liebe Studierende, auf den Seiten der Einführungsvorlesung in die Mediendidaktik (#medida16)!

Auf dem Blog können Sie viele Inhalte des zurückliegenden Jahres nachlesen und nachvollziehen. Gleichzeitig werden Sie auf dem Blog immer wieder auf aktuelle Themen, Projekte und Publikationen aufmerksam gemacht, die einen Bezug zur Einführung in die Mediendidaktik 2016/17 aufweisen. Surfen Sie daher einfach ab und an auf dem Vorlesungsblog vorbei. Nutzen Sie zudem die Gelegenheit zum Blick „über den Tellerrand“ der verpflichtenden Themen und Inhalte.

Auf ein spannendes Wintersemester!
Ihre Sandra Hofhues

Artikel: Geschichten vom Forschen erzählen #Synergie

Den ersten Durchlauf der Einführungsvorlesung haben Sabrina Pensel und ich begleitend erforscht. Erste Ergebnisse sind nun im Synergie-Magazin der Universität Hamburg erschienen. Neugierig geworden? Dan sind Sie nur noch einen Klick vom Artikel entfernt.

Quelle: Hofhues, S. & Pensel, S. (2016). Geschichten vom Forschen erzählen: Potenziale narrativer Zugänge für diversitätsgerechte Lehre am Beispiel der Vorlesung „Einführung in die Mediendidaktik“. Synergie. Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre. 1, 50–53. (Artikel)

Finale!

Mit dem Projekt „Forschungspost“ ist Sabrina im Finale des fOERder-Awards (mehr Informationen zur Nominierung?). Die Tutorin wird das Projekt, das seinen Ausgangspunkt in der Vorlesung „Einführung in die Mediendidaktik“ nahm, Anfang März 2016 in Berlin vor einer interessierten Fachöffentlichkeit vertreten. Die Daumen für ein glückliches Abschneiden sind fest gedrückt!

Semesterende

Mit der Lernstandserhebung in der letzten Woche ist die Vorlesung „Einführung in die Mediendidaktik“ zu Ende gegangen. Hinter uns – den Studierenden, der Tutorin und mir – liegt ein ereignisreiches Semester voller (Forschungs-)Fragen und medienbezogenen Themen. Besonders anregend waren sicherlich die letzten drei (inhaltlichen) Sitzungen: Hier standen aktuelle Fragestellungen aus der Mediendidaktik im Vordergrund U.a. haben wir den Blick nach Übersee gewagt und überdies gefragt, inwieweit Mediendidaktik sich langsam als eigene (gestaltungsorientierte) Disziplin etabliert. Nicht missen möchte ich auch die Diskussionen um technologische Trends (Stichwort iPads) und verschiedene empirische Studien rund um den Medieneinsatz in Schulen und Hochschulen.

Gespannt bin ich nun darauf, wie sich die Vorlesung weiter entwickeln wird: Bis zum nächsten Wintersemester habe ich genügend Zeit, um einerseits das forschungsorientierte Konzept anzupassen und andererseits mit Studierenden speziell zu den Leistungsanforderungen in der Vorlesung im Gespräch zu bleiben. Denn im Kopf bleibt mir natürlich, dass die Studierenden gerne mehr geforscht und stattdessen auf die Lernstandserhebung gegen Vorlesungsende verzichtet hätten.

Open Educational Resources Award 2016

Unsere Forschungspost ist nominiert für den #OERAward 2016 der Medienanstalt Berlin Brandenburg und soll als freie Bildungsressource im kommenden Jahr noch weiterentwickelt werden. Neben 12 weiteren Einreichungen geht es für die FoPo jetzt um den Einzug ins Finale via Online-Voting. Insgesamt kommen sieben Projekte weiter und sollen beim OER Fachforum am 1. März in Berlin vorgestellt werden. Wer neugierig ist, wie es mit der FoPo 2016 weitergehen soll, sollte auf alle Fälle einen Blick riskieren 🙂

Ich freue mich über jeden, der fleißig mitabstimmt, unter: foerderaward.oncampuscloud.de

Ausschreibung Forschungspost: Miteinander und voneinander lernen

Zweimal ist die Forschungspost, mit der wir, Sandra Hofhues und ich, Sie/euch durch die forschungsorientierte Vorlesung führen, schon erschienen und die ersten Rückmeldungen dazu haben uns in dem Vorhaben bestärkt, dass wir nun Sie/euch alle dazu einladen möchten, eine eigene Forschungspost bei uns einzureichen (hier gehts zur Ausschreibung).

Gerne möchte ich zum Jahresabschluss noch ein paar Zeilen darüber schreiben, warum ich als Studentin (im Master) so hinter der Idee der Forschungspost und der jetzt veröffentlichten Ausschreibung stehe. Natürlich begegnen wir uns als Kommiliton_innen jeden Tag in den Lehrveranstaltungen und tauschen uns dort über den einen oder anderen Gedanken aus – trotzdem geht im Studium auch sehr viel Zeit dafür drauf, dass wir zuhause oder in der Unibibliothek vor Forschungsberichten, Hausarbeiten und Studienleistungen brüten, Bücher aus dem Regal ziehen und wieder zurückstellen, mögliche Themen durchspielen und wieder verwerfen, Sätze schreiben und wieder löschen. Auf einer Forschungs- und Entdeckungsreise wären das die Wegabschnitte, auf denen wir ganz auf uns alleine gestellt sind. Abschnitte, in denen Unmengen an Lernprozessen ablaufen, die unseren Erfahrungsschatz weiter füllen und uns neue Möglichkeiten und Wege aufzeigen. Ich glaube, dass wir uns als Studierende viel zu selten darüber bewusst werden, was während der Arbeit an Forschungsberichten, Essays oder Projektportfolios eigentlich alles passiert – vor allem in der Rückschau erscheint vieles klarer und deutlicher, als es zum derzeitigen Zeitpunkt gewesen ist. Und dabei offenbaren alle diese Lern- und Erfahrungsprozesse während des eigenständigen Forschens, was es heißt, wirklich wissenschaftlich zu arbeiten – mit allen Höhen und Tiefen, Um- und Irrwegen, Erfolgen und Erkenntnissen.

Aus meiner Perspektive (im fortgeschrittenen Studium) glaube ich, dass die Wissenschaft ihren Reiz, ihre Herausforderungen, Logiken und Praktiken nur Schritt für Schritt offenbart und dass es dabei nicht immer ausreicht, mit erfahrenen Forscher_innen zu sprechen und deren Forschungsergebnisse zu rezipieren. Genauso wie dieser stetige Blick nach vorn – also zu denen, die schon so viel weiter als man selbst gekommen sind – hilft auch mal der Blick nach links und rechts – zu den eigenen Kommiliton_innen, die sich wie man selbst erst langsam an die Wissenschaft herantasten und vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Für diese Form der Sozialisierung gibt es an den Universitäten derzeit m.E. noch zu wenig Raum – Undergraduate Research Journals und studentische Forschungskonferenzen ermöglichen bereits die Sichtbarkeit studentischer Forschungsergebnisse, aber Einblicke in laufende Lern- und Forschungsprozesse existieren noch viel zu selten.

Die Metapher der Forschungsreise und das Medium der Forschungspost helfen dabei, genau dieses Prozesshafte beim forschenden Lernen sichtbar zu machen – zu zeigen, wie sich das anfühlt, wenn zum ersten Mal eine Forschungsfrage formuliert und ausgearbeitet werden muss, wie interessante Themen in konkrete Forschungsprojekte übersetzt werden und wie Schreibblockaden überwunden werden können. Eine Forschungspost, das müssen nicht unbedingt längere Texte sein. Das kann eine kurze Postkarte sein, die sich einem ganz bestimmten Wegabschnitt widmet. Das können ebenso Fotos und Bilder, Zeichnungen und Skizzen sein. Wie bin ich in mein Forschungsvorhaben gestartet, wo bin ich einmal in eine Sackgasse gelaufen oder an welchen Wegkreuzungen bin ich vorbeigekommen? Egal wie kurz oder wie lang ein eingereichter Beitrag am Ende ist, die Hauptsache ist doch, dass er auf eine ganz eigene Art und Weise ein Bild von der jeweiligen Forschungs- und Entdeckungsreise der Verfasserin / des Verfassers zeichnet und damit genau das sichtbar macht, was an Universitäten heute noch zu häufig im stillen Kämmerlein stattfindet – das Lernen jenseits der Lehrveranstaltungen, das eigenständige Forschen und das Weiterdenken über die Vorlesungsinhalte hinaus. Darüber hinaus glaube ich auch, dass man etwas über die Universität als Bildungsinstitution und die Wissenschaft an sich lernt, wenn man lesen und sehen kann, welche Bilder diejenigen zeichnen, die dort gerade ihre ersten Gehversuche machen.

Vertiefungen abgeschlossen

In der Vorlesung vergeht die Zeit rasend schnell. Auch der zweite große Inhaltsblock, die Vertiefungen, konnte bereits abgeschlossen worden. Damit kennen alle Teilnehmenden der Veranstaltung nun Grundlagen der Mediendidaktik und können unterschiedliche Zugänge, Konzepte und Formate im Bereich Mediendidaktik einschätzen. Der Block endete mit der Reflexion über die Vorlesung selbst – um ihren forschungsorientierten Zugang aus studentischer Sicht zu bewerten und auf diese Weise systematisches Feedback zur Lehrveranstaltung zu erhalten. Die entstandenen Dokumente und Audio-/Videodateien werden im Nachgang der Vorlesung ausgewertet und sowohl den Studierenden, der Fakultät als auch der interessierten Fachcommunity in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt. Bevor es in der Vorlesung mit aktuellen Diskursen weitergeht, heißt es nun aber sich zurückzulehnen und das Jahr ein wenig Revue passieren zu lassen.
Ich wünsche daher allen Teilnehmenden der Vorlesung fröhliche Weihnachten. Auf bald im Jahr 2016!

Im Fokus: Konzepte

In der letzten Sitzung standen Konzepte in der Mediendidaktik im Vordergrund. Dahinter verbergen sich – aus meiner Sicht – didaktische Entwürfe, die in der Praxis (in Unterricht und Schule, aber auch in anderen Bildungseinrichtungen) zum Einsatz kommen. Der Blick in Konzepte ist immer wieder aufschlussreich: Zum einen zeigt sich, wie umfassend Planungsprozesse im didaktischen Sinne ausfallen. Zum anderen lassen sich durch die Analyse von Konzepten theoretische Verortungen vornehmen. Welcher didaktischen Theorie folgt das Konzept beispielsweise?

Die Schwierigkeit in der Betrachtung von Konzepten liegt sicherlich darin, dass sie höchst unterschiedlich sind und sie von Einsatzkontexten und -szenarien geprägt sind. Man müsste sich daher im Grunde mit didaktischen Entwurfsmustern (siehe z.B. R. Bauer) beschäftigen. Weiterführend wäre dies auch für alle Teilnehmenden der Einführungsvorlesung interessant. Derzeit stellt sich aber eine ganz andere, eher (lehr-)praktische Frage für die Studierenden: Wie kann ein_e Lehrende_r alle Anforderungen im Zusammenhang mit dem mediengestütztem Lernen angemessen erfüllen? Was muss sie/er über Medien wissen bzw. im Umgang mit ihnen können? Welches Verständnis von Medienkompetenzen legen sie zugrunde?

Es kommt daher nicht von ungefähr, dass die Praxis immer auf der Suche nach guten Beispielen, also nach Konzepten, die schon in der Praxis erprobt wurden/werden, ist. Eines davon kam in der Vorlesung bisher nicht zur Sprache, soll aber hier unbedingt Erwähnung finden: http://learningapps.org. Auf der Webseite haben Lehrende die Möglichkeit, Apps zum Lernen zu suchen oder selbst welche (mit einfachen Mitteln) für ihren Fachunterricht zu erstellen. Ähnlich wie das ZUM-Wiki sind (fach-)übergreifende Angebote wie learningapps.org bei Lehrenden sehr beliebt: Sie ermöglichen es, bestehende Konzepte für eigene Zwecke zu adaptieren, weiterzuentwickeln und – ganz im Sinne der Remix-Kultur – auch wieder zu teilen.