Es ist angerichtet

In der kommenden Woche warten die Abschlusspräsentationen im Seminar auf uns. Auf die Präsentationen und Arbeitsstände bin ich wirklich sehr gespannt, waren die Studierenden doch noch in der letzten Woche heftig am Werkeln. Vor allem die Zeit für die Präsentation – fünf Minuten – macht einigen Gruppen zu schaffen. Ich bin dennoch sehr zuversichtlich, dass vor uns eine tolle Abschlusspräsentation mit einer ‚bunten‘ Jury und insgesamt acht Gruppenpräsentationen vor uns liegt. Viel Erfolg!

Link- und Lesetipp

Nachdem wir gestern im Seminar intensiv über Fragen des Urheberrechts diskutiert haben, hier nochmals ein Link zur Plattform iRIGHTSinfo. Auf der Plattform finden sich zahlreiche Informationen rund um die ‚richtige‘ Veröffentlichung von Bildungsmaterialien. Den Blick ist es wert – am besten noch vor der Generalprobe Ihrer Abschlusspräsentation ;-).

Brr, Medienrecht

Medienrecht, nicht gerade der Liebling von Studierenden und Dozierenden, wenn es um die Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials geht. Dennoch ist es wichtig, sich mit rechtlichen Fragen im Kontext der Lernmaterialgestaltung auseinanderzusetzen, u.a. mit Urheberrecht, Copyright und Copyleft sowie mit (neueren) Lizensierungsmöglichkeiten. Hier spielen Creative Commons-Lizenzen nach wie vor eine exponierte Rolle.

Auf digitalem Weg möchte ich daher nochmals zwei Hinweise verlinken, die ich im Zusammenhang mit der letzten Seminarsitzung für hilfreich halte:

1) Creative Commons-Lizenzen: Übersichtsseite
2) Diverse Veröffentlichungen von Till Kreuzer, u.a. „Open Educational Resources (OER), Open-Content und Urheberrecht

Erschienen: KMK-Strategie-Papier „Bildung in der digitalen Welt“

Just in dieser Woche ist ein interessantes Strategie-Papier der KMK (=Kultusministerkonferenz) zu „Bildung in der digitalen Welt“ erschienen. Es thematisiert viele (sicherlich nicht alle) Herausforderungen des Umgangs mit Medien unter mediatisierten Bedingungen. Der Blick ins Papier lohnt sich – nicht zuletzt, weil solche Artefakte bildungspolitisch Einfluss darauf nehmen, wie heute oder später in Bildungseinrichtungen gelernt wird.

Näheres (PDF)

Kollegiale (Fall-)Beratung: Wohin des Wegs mit den OER-Ideen?

Im Seminar „Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials“ stehen inhaltlich OER im Vordergrund. Dabei fällt es den Studierenden gar nicht so leicht, einerseits Lernmaterialien zu entwickeln, andererseits der Open-Idee gerecht zu werden. Am Beispiel zweier Fälle haben wir daher in der zurückliegenden Seminar-Sitzung diskutiert, inwieweit bestimmte OER-Ideen tauglich für die Lehr-Praxis sind, an welchen Stellen didaktisch noch weitergedacht werden muss und wo sich die Teams bei der Lernmaterial-Produktion zum Teil auf dem Holzweg befinden. Konkret ging es um einen Screencast, der sich zur Aufgabe gemacht hat, das Uni Köln-interne Prüfungsmanagement-System zu erklären. Dazu wurde über Wikis im Schulunterricht diskutiert, ähnlich wie es die guten Beispiele im Buch Wiki-Way vormachen. Methodisch wurde auf die sog. kollegiale (Fall-)Beratung zurückgegriffen. Inhalt (OER) und Form (partizipative Formate/OEP) ergänzen sich auf diese Weise wechselseitig; die Open-Idee kann so schon im Kurs das „Fliegen“ lernen. Und nicht erst seit der Definition der 5R gehören das Teilen von Wissen und Ideen zentral dazu.

Fellowship-Programm „Freies Wissen“

Na, das nenne ich mal Zufall. In diesen Tagen wurde das Fellowship-Programm „Freies Wissen“ von der Wikimedia Deutschland e.V. sowie dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgelobt. Bewerben kann sich jede*r Doktorand*in, Post-Doc (m/w) sowie Juniorprofessor*in. Nicht adressiert werden Studierende, aber das kann ja noch werden.

Bestimmung eigener Fähigkeiten #Medienkompetenzen

Es gehört zu den allgemeinen Weisheiten der Gruppenbildung, dass Teams möglichst unterschiedlich und breit aufgestellt sein sollten. In der Praxis der Gruppenfindung in Lehrveranstaltungen ist diese ‚Weisheit‘ allerdings gar nicht einfach umzusetzen. So ist es selbstverständlich, dass man am liebsten mit Personen zusammenarbeitet, die man schätzt und mag. Allerdings kommen auf diese Weise oft Studierenden-Teams zustande, die sich intern sehr ähnlich sind und wo sich Fähigkeiten nur teilweise verteilen.

Im Seminar war mir daher wichtig, ausgehend von eigenen Interessen und konkreten Inhalten in den Teamfindungsprozess überzugehen und dabei auch die eigenen Fähigkeiten zu bestimmen. Interessant ist, dass die meisten Kursmitglieder sich selbst eine fehlende technische Anwendungskompetenz für die Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials attestieren. Dies ist als Feststellung zu Seminarbeginn besonders wichtig, um das eigene Projekt ‚im Rahmen des Machbaren‘ zu halten und sich als Gruppe nicht zu überfordern. Gleichwohl bietet das Seminar natürlich die Gelegenheit, genau diese Fähigkeiten sukzessive aufzubauen und zu entwickeln. Ich bin auf den weiteren Seminarverlauf sehr gespannt.

Worauf baut das Seminar auf? #Literatur

Hofhues, S. (2015). Offene Bildungsressourcen (OER) an Universitäten und Hochschulen: Plädoyer für eine didaktische Sicht. Wikimedia Blog. Blogbeitrag vom 27. Juli 2015.

Hofhues, S. & Wieland, R. (2013). Gemeinsame Analyse und Produktion digitalen Lernmaterials. Fallbeispiel und Perspektiven zur Kooperation im Fach Deutsch. Hamburger eLearning-Magazin (eLearning in den Geisteswissenschaften), 4, 24-26.

Matthes, E., Schütze, S. & Wiater, W. (Hrsg.) (2013). Digitale Bildungsmedien im Unterricht. Beiträge zur historischen und systematischen Schulbuchforschung. Heilbrunn: Klinkhardt.

Niegemann, H.M., Domagk, S. & Hessel, S., Hein, A., Hupfer, M. & Zobel, A. (2008). Kompendium multimediales Lernen. Heidelberg: Springer.

Sesink, W. (2008). Bildungstheorie und Medienpädagogik – Versuch eines Brückenschlags. In J. Fromme & W. Sesink (Hrsg.), Pädagogische Medientheorie. Wiesbaden: VS.

Worum geht es im Seminar? #Seminarbeschreibung

Mit der Allgegenwart von digitalen Medien wandelt sich die Sicht auf Lernmaterial beständig. So wird immer häufiger in Fachjournalen, aber auch in der Tagespresse im Zusammenhang mit den offenen Bildungsressourcen (OER) oder Massive Open Online Courses (MOOCs) nach der künftigen Bedeutung und Relevanz analoger Medien für Schulen und Hochschulen gefragt. Die Diskussionen bewegen sich derzeit zwischen Stammtischparolen, bildungspolitischen Debatten und möglichen bzw. tatsächlichen Einsatzszenarien digitaler Medien für Bildungszwecke und -einrichtungen. Letztere sind es auch, die für formale Bildungskontexte wie Schulen und Hochschulen besonders interessant sind und erst nach und nach erforscht und gestaltet werden: Wie kann man bspw. digitales Lernmaterial für Schulen und Hochschulen so produzieren, dass dieses dort direkt zum Einsatz kommt? Was wären passende didaktische Szenarien aus Teilnehmendensicht, die es erlauben würden, Lernmaterial nicht nur vorab „fertig“ zu produzieren, sondern deren Gestaltung und Weiterentwicklung zum Gegenstand von Bildungsangeboten zu machen? Welche Probleme ergeben sich bei der Produktion und deren weiterer Nutzung hinsichtlich Datenschutz, Urheberrecht(en) und Nachnutzungskonzepten? Wie kann man Lehrende, aber auch Lernende zum Remixen von Inhalten eher ein- als ausladen?

Das Projektseminar greift diese höchst aktuellen Forschungs- und Praxisfragen auf und setzt sie in den Kontext von Schulbuchforschung und medialer Entwicklung. Die Teilnehmenden entwerfen eigene Lernmaterialien, die den Prinzipien des 5R (http://www.opencontent.org/definition/) gerecht werden und in Schulen und Hochschulen einsatzfähig sind. Die Qualität der produzierten Lernmaterialien wird abschließend vor einer externen Jury aus dem Medien-, Verlags- und pädagogischen Umfeld präsentiert.