Worum geht es im Seminar? #Seminarbeschreibung

Auf den Kontext kommt es an! Teilnehmende der Einführungsvorlesung in die Mediendidaktik werden diesen einfachen Ausspruch oftmals gehört haben, doch liegt in ihm ein wichtiges Detail mediendidaktischer Planungsprozesse verborgen. So dienen Medien in formalen Kontexten in der Regel dazu, ein Lern- oder Bildungsziel zu erreichen; allerdings wäre es falsch anzunehmen, dass Medien hier ausschließlich formal eingesetzt würden. Man denke nur an die Facebook-Gruppen, die sich parallel zu Vorlesungen oder Seminaren bilden, oder an die verschiedenen Medienangebote, die nicht im direkten Zusammenhang mit einer Lehrveranstaltung stehen und eher informelle Aneignungs- anstelle formaler Lernprozesse anregen. Außerhalb formaler Bildungskontexte ist es ähnlich – nur umgekehrt: So geschieht Medienaneignung dort vorwiegend informell: z.B. zuhause, wo Hard- und Software wie selbstverständlich ausprobiert werden, in der Familie, innerhalb derer eigene oder gemeinsame Mediennutzungsstrategien entwickelt werden, mit Freunden, mit denen Sie sich gar nicht groß absprechen, ob Sie Whatsapp nutzen oder nicht, oder im Jugendclub, der unterschiedliche Bildungsgelegenheiten im non-formalen Raum anbietet. Hier stellt sich somit viel mehr die Frage, wie bspw. Medienprojekte in und für diese Zielgruppen und Kontexte dazu anregen, sich strukturiert mit Medien (im Sinne einer Formalisierung) auseinanderzusetzen.

Das Seminar „Medien in formalen und informellen Kontexten“ widmet sich daher den vielfältigen Kontexten, innerhalb derer Medienhandeln angestoßen wird. Gemeinsam wird im ersten Teil des Seminars danach gefragt, welche Rolle Kontexte für individuelles Medienhandeln spielen und wie diese mögliche Konzepte im Bereich der Mediendidaktik beeinflussen. Im zweiten Teil des Seminars werden Medienprojekte in formalen und informellen Kontexten durchdacht und entwickelt. Ziel des Seminars ist es, ein formales und ein (eher) informelles Medienprojekt im Laufe des Semesters auch umzusetzen.