Was bedeutet eigentlich Kooperation? — Hintergrundwissen zum Projekt #MyVoice

Der Begriff „Kooperation“ kommt ursprünglich aus dem Lateinischen von „cooperatio“ und bedeutet „Mitwirkung“. Heute gibt es verschiedene betriebswirtschaftliche Definitionen, die den Begriff der Kooperation in unterschiedlicher Weise beschreiben, den Ursprung aus dem Lateinischen aber alle aufgreifen und wiederspiegeln.

  • Nach Bott beschreibt Kooperation ein kartellrechtlich erlaubtes Handeln, dass auf einen gemeinsamen Zweck abzielt und zwischen zwei oder mehreren voneinander unabhängigen wirtschaftlich handelnden Subjekten in Form von direkten Vertragsabschlüssen stattfindet. (Bott 1967)
  • Knoblich definiert Kooperation ähnlich, als eine auf freiwilligen vertraglichen Vereinbarungen beruhende Zusammenarbeit zwischen mehreren wirtschaftlich und rechtlich unabhängigen Unternehmen in bestimmten unternehmerischen Teilbereichen. (Knoblich 1969)
  • Nach Gerth beschreiben Kooperationen das Zusammenwirken von Betriebswirtschaften, die durch Ausgliederung betrieblicher Teilbereiche und kollektive Ausübung von Aufgaben auf eine wirtschaftlich verbesserte Situation hoffen, während nach Grochla es sich hierbei um ausgegliederte und koordinierte Erfüllung von Teilaufgaben ökonomisch und rechtlich selbstständiger Unternehmen handelt. (Gerth 1971)
  • Nach Benisch handelt es sich bei Kooperationen dagegen um die Zusammenlegung einzelner Unternehmensbereiche, die die Leistung der einzelnen Unternehmen, sowie die Wettbewerbsfähigkeit steigern soll. Bei Blohm taucht in der Definition selbst auf, dass es sich bei Kooperationen nicht zwangsläufig um vertragliche Vereinbarungen handeln muss, es kann sich stattdessen auch um stillschweigende Vereinbarungen handeln, bei denen es um die Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbstständigen und in dem nicht von der Kooperation betroffenen Bereich auch wirtschaftlich unabhängigen Unternehmen geht. (Benisch 1973)
  • Semlinger beschreibt Kooperation als „dominantes Koordinationsmodell in Unternehmensnetzwerken“, bei denen es durch relativ stabile Interaktion und ein „Wechselspiel von Autonomie und Kontrolle“ zur Erwartungs- und Verhaltensabstimmung kommt. (Semlinger 1993)

Die oben beschriebenen Definitionen entsprechen nur einem Bruchteil dessen, was in der Literatur (z.B. Etter, 2003) an Definitionen zum Begriff der Kooperation zu finden ist und sollen zeigen, dass es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was eine Kooperation zwischen zwei oder mehreren Wirtschaftssubjekten ausmacht. Fasst man die oben mehrfach beschriebenen Merkmale zusammen, wird deutlich, dass es sich bei Kooperationen um die Zusammenarbeit zwischen rechtlich und zumindest partiell wirtschaftlich unabhängigen Unternehmen oder Einzelpersonen handelt, der die Koordination von Verhalten zu Grunde liegt und die eine höhere Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung zur Folge hat, als individuelles Handeln.

Literatur:
Benisch, Werner (1973): Kooperationsfibel, 4. Auflage, Bergisch Gladbach.
Bott, Helmut (1967): Zwischenbetriebliche Kooperation und Wettbewerb, Köln.
Etter, Christa (2003): Nachgründungsdynamik neugegründeter Unternehmen in Berlin im interregionalen Vergleich, Dissertation, FU Berlin.
Gerth, Ernst (1971): Zwischenbetriebliche Kooperation, Stuttgart.
Knoblich, H. (1969): Zwischenbetriebliche Kooperation, Wesen, Formen und Ziele, in: ZfB, 39. Jg., 8/1969.
Semliner, Klaus (1993): Effizienz und Autonomie in Zulieferungsnetzwerken, Zum strategischen Gehalt von Kooperationen, in: Staehle, Wolfgang; Sydow, Jörg (Hrsg.): Managementforschung 3, Berlin, New York.

– verfasst von tkowala –

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