Kooperationen im Raum Köln #myvoice

Die Gruppe hat sich dazu entschieden der Forschungsfrage nachzugehen, wie Kooperation zwischen „My Voice“ und Partnern im Raum Köln ablaufen und dazu beitragen kann, den Bekanntheitsgrad der Seite zu erweitern.

Um nah am Projekt und den reellen Möglichkeiten zu arbeiten, wurde zunächst Anna Heudorfer, als eine der Personen, die das Projekt „My Voice“ ins Leben gerufen haben, kontaktiert und das Vorhaben inklusive der Forschungsfrage beschrieben und erklärt. Es soll herausgearbeitet werden, wie die Kooperation zwischen „My Voice“ und Partnern im Raum Köln aufgebaut werden und dazu beitragen kann, den Umgang für alle Beteiligten zu erleichtern und dadurch gleichzeitig mehr Menschen zu ermuntern, die Seite zu nutzen. Nutzen meint hier sowohl die persönlichen Erfahrungen mit anderen zu teilen, als auch diese Erfahrungen zu lesen und sich über die Schicksale seiner Mitmenschen zu informieren, denn das, was anderen Menschen auf dieser Welt wiederfährt, geht uns alle etwas an und betrifft nicht nur die, die zur falschen Zeit am falschen Ort leben.

Die Antwort von Anna kam in sehr ausführlicher Form und beinhaltete weitere Themenvorschläge für die Gruppenarbeit. Leider waren diese sehr umfangreich und es wurde beschlossen, dass in der sehr kurzen zur Verfügung stehenden Zeit eine Bearbeitung der Ideen nicht möglich ist und stattdessen bei dem Thema „Kooperation“ zu bleiben.

– verfasst von tkowala –

Kontext 1: My Voice, Hamburg

Auszug aus der Problemskizze für die Studierenden:

„Kern des myvoice-project ist ein Blog, auf dem Menschen mit Fluchthintergrund und Interessierte, die sich mit dem Thema Flucht beschäftigen (wollen), Medienbeiträge veröffentlichen. Das Projekt entstand im Sommer 2015 in Hamburg als Reaktion auf die Medienberichterstattung zu den Themen Asyl, Migration und der sogenannten Flüchtlingswelle. Ziel war es, ein Gegengewicht zu eurozentrisch geprägten und häufig einseitigen Darstellungen der Massenmedien zu schaffen und den geflüchteten Menschen eine Plattform zu bieten, um ihre Perspektive in den Diskurs einzubringen. Im Mittelpunkt stand von Beginn an aber auch das gemeinsame Arbeiten an der Website, um die gedanklichen Kategorien „wir“ und „die anderen“ aufzulösen. Die aktive Medienarbeit soll sowohl bei den deutschen Teilnehmenden und Leser*innen als auch bei den Migrant*innen zur Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation, zur Reflektion der eigenen Rolle und letztlich zu einer differenzierten Positionierung zu aktuellen Fragestellungen führen. […]

Trotz großem Engagement aller Beteiligten stehen wir vor einigen Herausforderungen:

  1. Häufig entstehen gute Ideen, doch es fehlt an personellen Ressourcen, um diese umzusetzen. Fast alle Projektteilnehmenden sind berufstätig, so dass die Zeit für das Projekt begrenzt ist.
  2. Das Bedürfnis zur Meinungsäußerung und das Interesse an Medienarbeit sind unter geflüchteten Menschen nicht so groß wie zunächst erwartet. Auch Bildungsbiografien könnten dabei eine Rolle spielen.
  3. Die Medienarbeit mit geflüchteten Menschen erfordert hohe Sensibilität und Vertrauensbildung, da häufig Hemmungen bestehen, sich kritisch zu äußern. Viele Zuwanderer kommen aus repressiven Systemen mit eingeschränkter Pressefreiheit, in denen teilweise noch Familienmitglieder leben.
  4. Barrieren organisatorischer und sprachlicher Art sind zu überwinden (bspw. der Zugang zu Flüchtlingsunterkünften, die Übersetzung von Blog-Beiträgen oder selbst die Erläuterung unserer Projektziele). […]

Offene Fragen sind:

  • Wie ist das Medienverhalten geflüchteter Menschen einzuschätzen? –
  • Können wir eine breite Masse an Teilnehmenden erreichen oder eher eine spitze Zielgruppe, die sich ohnehin für Medienproduktion interessiert und/oder journalistisch tätig ist?
  • Ähnliches gilt für den Leserkreis: Wen können wir mit unseren Beiträgen erreichen und wie können wir in der öffentlichen Debatte Aufmerksamkeit erregen?
  • Besteht die Chance, dass sich der Blog zu einem „Crowd-Projekt“ entwickelt, an dem sich eine große Anzahl an Usern mit Beiträgen beteiligt?
  • Wie kann die Organisation und Koordination eines solchen Freiwilligenprojekts verbessert werden?
  • Müssen wir angesichts der o.g. Herausforderungen unsere Ziele anpassen und den Zweck des Projekts überdenken?“(Die vollständige Problemskizze kann im Bedarfsfall bei der Projektpartnerin oder der Dozentin angefordert werden.)