Grundlagen der Mediendidaktik

… standen im Fokus der ersten drei Sitzungen der gleichnamigen Vorlesung. So ging es Ende Oktober zunächst um „die Medien“: Was versteht man gemeinhin unter dem Begriff? Wie unterscheiden sich Alltagsbegriffe von einem professionellen Verständnis von Medien? Auf welchen unterschiedlichen Abstraktionseben liegen Medienbegriffe? Wie eng oder weit lassen sich diese verstehen und interpretieren? Nach ersten Setzungen hinsichtlich der Medien wendeten wir uns in der Vorlesung dem Themenbereich Didaktik zu: Welche theoretischen Verständnisse von Didaktik existieren? Welchen Einfluss nehmen didaktische Theorien auf die tatsächliche Gestaltung z.B. von Unterricht? Welche Theoriefamilien und Familienbande lassen sich nach Terhart identifizieren? Etc. Für die Mediendidaktik ist – neben einem Verständnis von Medien und Didaktik – zusätzlich die Einschätzung dessen zentral, was man eigentlich unter Lernen versteht. Wie grenzt sich Lernen von Lehren ab? Welche Lernverständnisse existieren? Und was sind eigentlich Lernparadigmen?

Auf all diese Fragen dürften Teilnehmende der Vorlesung nun eine Antwort wissen, sodass wir uns ab der kommenden Sitzung unterschiedlichen Vertiefungen widmen: Welche Zugänge zur Mediendidaktik bestehen? Was sind typische Konzepte innerhalb der Mediendidaktik? Und welche Formate tragen zum Lernen mit Medien bei? Zur inhaltlichen Vertiefung trägt nicht zuletzt die Ringvorlesung der Universität zu Köln bei, zu der Studierende meiner Vorlesung insbesondere am 1.12.2015 eingeladen sind (Thema: „Alles digital. Auch die Bildung?“).

Stichwort: Blended Learning

Ein Stichwort, das im Zusammenhang mit mediengestütztem Lehren und Lernen wiederholt fällt, ist Blended Learning. Dem Wortsinn nach geht es hier um „gemischtes“ Lernen: Beim Blended Learning werden Präsenzlehre, also Lehranteile, die vor Ort in der Bildungseinrichtung angeboten werden, mit solchen Lehranteilen vermischt, die medienvermittelt außerhalb des Unterrichts stattfinden.

Morgen ist es auch in der Vorlesung so weit: Wir treffen uns nicht im Hörsaal, sondern es werden spezifische Aufgaben im Zusammenhang mit der Forschungsorientierung außerhalb erledigt. Der Einfachheit halber unterscheidet man oft prozentual, welche Lehranteile in der Präsenz und welche online dargeboten werden. Der Online-Anteil in unserer Vorlesung dürfte sich auf etwa 15 % belaufen, denn: Sie findet überwiegend noch in Präsenz statt, wird aber ergänzt um sog. „virtuelle Anteile“.

Modern wurde der Begriff Blended Learning übrigens mit den E-Learning-Initiativen der späten 1990er bzw. frühen 2000er Jahre. Innerhalb dieser Initiativen wurde versucht, Zeit- und Ortsungebundenheit innerhalb formaler Lernsettings zu realisieren. Gleichwohl wird nur noch selten von E-Learning und Blended Learning gesprochen: Die sinnvolle Kombination von Präsenzlehre und Online-Lernen sollte eigentlich für Lehren und Lernen an Hochschulen selbstverständlich geworden sein.