Randdiskussion oder neuer Gegenstand? Urheberrecht als Professionswissen der Mediendidaktik

Man könnte es eine Randdiskussion nennen, die in der Mediendidaktik schon immer geführt wurde, jetzt aber besonders aktuell ist und zu einer Art Professionswissen wird: das (geltende) Urheberrecht.

So diskutieren aktuell Hochschulen mit ihren zentralen Akteur*innen, die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sowie die VG Wort über Abgaben, die aufgrund der umfangreichen digitalen Bereitstellung von Materialien in Lernmanagement (LMS) fällig werden. Aktuell sieht es so aus, dass digitale Inhalte in den LMS bzw. in einzelnen Kursen gelöscht oder nur noch verlinkt werden. Mindestens für eine Übergangszeit ist mit Einschränkungen des „digitalen Betriebs“ zu rechnen, der sich in LMS praktisch eingespielt hatte. Die Handlungspraktiken von Hochschullehrenden und Studierenden entsprachen dabei nicht unbedingt dem geltenden Recht, was die aktuelle Diskussion umso komplexer macht. Details dazu habe ich u.a. auf meinem persönlichen Blog zusammengefasst.

Stichwort: Blended Learning

Ein Stichwort, das im Zusammenhang mit mediengestütztem Lehren und Lernen wiederholt fällt, ist Blended Learning. Dem Wortsinn nach geht es hier um „gemischtes“ Lernen: Beim Blended Learning werden Präsenzlehre, also Lehranteile, die vor Ort in der Bildungseinrichtung angeboten werden, mit solchen Lehranteilen vermischt, die medienvermittelt außerhalb des Unterrichts stattfinden.

Morgen ist es auch in der Vorlesung so weit: Wir treffen uns nicht im Hörsaal, sondern es werden spezifische Aufgaben im Zusammenhang mit der Forschungsorientierung außerhalb erledigt. Der Einfachheit halber unterscheidet man oft prozentual, welche Lehranteile in der Präsenz und welche online dargeboten werden. Der Online-Anteil in unserer Vorlesung dürfte sich auf etwa 15 % belaufen, denn: Sie findet überwiegend noch in Präsenz statt, wird aber ergänzt um sog. „virtuelle Anteile“.

Modern wurde der Begriff Blended Learning übrigens mit den E-Learning-Initiativen der späten 1990er bzw. frühen 2000er Jahre. Innerhalb dieser Initiativen wurde versucht, Zeit- und Ortsungebundenheit innerhalb formaler Lernsettings zu realisieren. Gleichwohl wird nur noch selten von E-Learning und Blended Learning gesprochen: Die sinnvolle Kombination von Präsenzlehre und Online-Lernen sollte eigentlich für Lehren und Lernen an Hochschulen selbstverständlich geworden sein.