Kollegiale (Fall-)Beratung: Wohin des Wegs mit den OER-Ideen?

Im Seminar „Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials“ stehen inhaltlich OER im Vordergrund. Dabei fällt es den Studierenden gar nicht so leicht, einerseits Lernmaterialien zu entwickeln, andererseits der Open-Idee gerecht zu werden. Am Beispiel zweier Fälle haben wir daher in der zurückliegenden Seminar-Sitzung diskutiert, inwieweit bestimmte OER-Ideen tauglich für die Lehr-Praxis sind, an welchen Stellen didaktisch noch weitergedacht werden muss und wo sich die Teams bei der Lernmaterial-Produktion zum Teil auf dem Holzweg befinden. Konkret ging es um einen Screencast, der sich zur Aufgabe gemacht hat, das Uni Köln-interne Prüfungsmanagement-System zu erklären. Dazu wurde über Wikis im Schulunterricht diskutiert, ähnlich wie es die guten Beispiele im Buch Wiki-Way vormachen. Methodisch wurde auf die sog. kollegiale (Fall-)Beratung zurückgegriffen. Inhalt (OER) und Form (partizipative Formate/OEP) ergänzen sich auf diese Weise wechselseitig; die Open-Idee kann so schon im Kurs das „Fliegen“ lernen. Und nicht erst seit der Definition der 5R gehören das Teilen von Wissen und Ideen zentral dazu.

Fellowship-Programm „Freies Wissen“

Na, das nenne ich mal Zufall. In diesen Tagen wurde das Fellowship-Programm „Freies Wissen“ von der Wikimedia Deutschland e.V. sowie dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgelobt. Bewerben kann sich jede*r Doktorand*in, Post-Doc (m/w) sowie Juniorprofessor*in. Nicht adressiert werden Studierende, aber das kann ja noch werden.

Bestimmung eigener Fähigkeiten #Medienkompetenzen

Es gehört zu den allgemeinen Weisheiten der Gruppenbildung, dass Teams möglichst unterschiedlich und breit aufgestellt sein sollten. In der Praxis der Gruppenfindung in Lehrveranstaltungen ist diese ‚Weisheit‘ allerdings gar nicht einfach umzusetzen. So ist es selbstverständlich, dass man am liebsten mit Personen zusammenarbeitet, die man schätzt und mag. Allerdings kommen auf diese Weise oft Studierenden-Teams zustande, die sich intern sehr ähnlich sind und wo sich Fähigkeiten nur teilweise verteilen.

Im Seminar war mir daher wichtig, ausgehend von eigenen Interessen und konkreten Inhalten in den Teamfindungsprozess überzugehen und dabei auch die eigenen Fähigkeiten zu bestimmen. Interessant ist, dass die meisten Kursmitglieder sich selbst eine fehlende technische Anwendungskompetenz für die Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials attestieren. Dies ist als Feststellung zu Seminarbeginn besonders wichtig, um das eigene Projekt ‚im Rahmen des Machbaren‘ zu halten und sich als Gruppe nicht zu überfordern. Gleichwohl bietet das Seminar natürlich die Gelegenheit, genau diese Fähigkeiten sukzessive aufzubauen und zu entwickeln. Ich bin auf den weiteren Seminarverlauf sehr gespannt.