Über die Lehrveranstaltung

Mit der Allgegenwart von digitalen Medien wandelt sich die Sicht auf Lernmaterial beständig. So wird immer häufiger in Fachjournalen, aber auch in der Tagespresse im Zusammenhang mit den offenen Bildungsressourcen (OER) oder Massive Open Online Courses (MOOCs) nach der künftigen Bedeutung und Relevanz analoger Medien für Schulen und Hochschulen gefragt. Die Diskussionen bewegen sich derzeit zwischen Stammtischparolen, bildungspolitischen Debatten und möglichen bzw. tatsächlichen Einsatzszenarien digitaler Medien für Bildungszwecke und -einrichtungen. Letztere sind es auch, die für formale Bildungskontexte wie Schulen und Hochschulen besonders interessant sind und erst nach und nach erforscht und gestaltet werden: Wie kann man bspw. digitales Lernmaterial für Schulen und Hochschulen so produzieren, dass dieses dort direkt zum Einsatz kommt? Was wären passende didaktische Szenarien aus Teilnehmendensicht, die es erlauben würden, Lernmaterial nicht nur vorab „fertig“ zu produzieren, sondern deren Gestaltung und Weiterentwicklung zum Gegenstand von Bildungsangeboten zu machen? Welche Probleme ergeben sich bei der Produktion und deren weiterer Nutzung hinsichtlich Datenschutz, Urheberrecht(en) und Nachnutzungskonzepten? Wie kann man Lehrende, aber auch Lernende zum Remixen von Inhalten eher ein- als ausladen?

Das Projektseminar greift diese höchst aktuellen Forschungs- und Praxisfragen auf und setzt sie in den Kontext von Schulbuchforschung und medialer Entwicklung. Die Teilnehmenden entwerfen eigene Lernmaterialien, die den Prinzipien des 5R gerecht werden und in Schulen und Hochschulen einsatzfähig sind. Die Qualität der produzierten Lernmaterialien wird abschließend vor einer externen Jury aus dem Medien-, Verlags- und pädagogischen Umfeld präsentiert.

Erfahrungen mit der Medienproduktion sind günstig, aber für das Seminar nicht zwingend vonnöten. Es wird allerdings erwartet, sich technische Werkzeuge ggf. im Selbststudium anzueignen.